FAQ (Frequently Asked Questions)
Antwort: Wenn ich mich mit jemandem unterhalte, dann macht es schon einen Unterschied, ob das ein guter Freund ist oder jemand, den ich gar nicht richtig kenne. Einem guten Freund, einer guten Freundin erzähle ich manchmal sehr private Dinge, die mir durch den Kopf gehen. Einem Fremden würde ich sowas nie anvertrauen.
Mit Hilfe der modernen Technik kann heute im Prinzip jedes Gespräch belauscht und auch jede (peinliche) Situation mitgeschnitten werden von einer Überwachungskamera oder einfach von einem Handy, ohne dass ich das bemerke. Wenn es erlaubt wäre, solche Daten zu speichern und sie dann vielleicht auch noch irgendwo ins Internet zu stellen, dass jeder das lesen, hören oder sehen kann, dann wäre das schon ein Problem!
Ich müsste dann immer damit rechnen, dass mein Gegenüber vielleicht etwas über mich weiß, was ich ihm niemals anvertraut habe und dass der das vielleicht ausnutzt...
Wenn ich in der Öffentlichkeit oder zu Hause immer damit rechnen müsste, dass alles, was ich mache oder sage, aufgezeichnet und gespeichert wird (oder werden könnte), dann hätte das schon Auswirkung auf mein Verhalten: Ich würde vorsichtiger sein mit dem, was ich sage und tue. Und genau das sollte in einer freiheitlich verfassten Gesellschaft nicht passieren!.
Frage 4: Ich habe gehört, dass die 'Freiheit in Gefahr' ist und dass das 'Grundgesetz ausgehebelt' wird. Ich habe da mal nachgeschaut: Im Grundgesetz steht gar nichts über Datenschutz!
Frage: Warum wird eigentlich so viel Wind um den Datenschutz gemacht? Wovor fürchten sich diese Leute denn? Mir ist das ziemlich egal, ich habe ja nichts zu verbergen!
Antwort: Das Problem entsteht nur durch die deutsche Begriffswahl. Im englischen Sprachraum heißt der Datenschutz 'Privacy Protection' und das bedeutet Schutz der Privatsphäre. Datensicherheit heißt dort 'Data Security' und das bedeutet Sicherheit der Daten.
Datensicherheit (Security) bedeutet also, dass die vorhandenen Daten sicher verwahrt werden, dass sie nicht gelöscht oder verändert werden können (Verfügbarkeit und Integrität) und dass kein Unbefugter an diese Daten herankommen kann (Vertraulichkeit).
Datenschutz (Privacy) geht nicht ohne Datensicherheit, bedeutet aber weit mehr: Der gesetzliche Datenschutz regelt, wer überhaupt berechtigt ist, personenbezogene Daten zu speichern, zu welchem Zweck und wie lange diese Daten gespeichert bleiben dürfen.
Frage: Schutz bedeutet doch, dass etwas sicher ist. Die einen reden von Datenschutz, die anderen von Datensicherheit. Das müsste doch eigentlich dasselbe sein!
Antwort: Das ist - in Deutschland - zum Glück nicht erlaubt. Keine private Einrichtung darf auf diese personenbezogenen Daten zugreifen! Außerdem darf jede Einrichtung nur die Daten haben und speichern, die sie für ihre Zwecke unbedingt benötigt. Beim Einwohnermeldeamt sind aber auch Geburtsdatum, Namen der Eltern, Nationalität, Religionszugehörigkeit, ev. der Grad einer Behinderung, ein Passbild und demnächst (meist) auch ein Fingerabdruck gespeichert und diese Daten gehen niemanden sonst etwas an!
Frage: Meine Adressdaten sind bestimmt in vielen Datenbanken gespeichert. Bei einigen ist mein Name falsch geschrieben und jetzt ziehe ich auch noch um! Da muss ich überall hinschreiben und allen die neue Anschrift mitteilen. Wäre es nicht viel besser, wenn alle sich meine aktuellen Daten beim Einwohnermeldeamt holen würden?