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Die Plünderung von Kenia im Guardian
Am 31. August 2007 erschien in der britischen Tageszeitung "The Guardian" ein Enthüllungsartikel über Korruption in Milliardenhöhe in der Familie des ehemaligen kenianischen Präsidenten Daniel Arap Moi. Die Zeitung berief sich auf einen bei WikiLeaks veröffentlichten Report. (vgl. Veröffentlichungen von WikiLeaks - Wikipedia)
Guantánamo-Bay-Handbücher
WikiLeaks veröffentlichte im November und Dezember 2007 die Richtlinien der U.S.-Armee für das Gefangenenlager Guantánamo Bay (Camp Delta Standard Operating Procedures). Die Dokumente bewiesen erstmals die Verletzung der Menschenrechte und der Genfer Konventionen, wie zum Beispiel den systematischen Entzug des Kontakts bestimmter Gefangener zur Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Die Misshandlungen seien mit fachkundiger Anleitung von Ärzten durchgeführt worden. Ein Handbuch enthielt die Anweisung dem Internationalen Roten Kreuz nur Zugang zu bestimmten Gefangenen zu gestatten. (vgl. Veröffentlichungen von WikiLeaks - Wikipedia)
Bank Julius Bär
WikiLeaks publizierte im Februar 2008 interne Dokumente der Julius Baer Bank & Trust Company auf den Cayman Islands, eines Unternehmens der Schweizer Bankhausgruppe Julius Bär. Die Dokumente, unter denen auch Fälschungen vorhanden waren, enthielten Kundendaten und Interna der Bank zu Steuerangelegenheiten, die über die Cayman Islands abgewickelt wurden.
Deutsche Behörden eröffneten Ermittlungen und Strafverfahren gegen mehrere mutmaßliche Steuerhinterzieher und gaben die Daten an befreundete Länder weiter. (vgl. Veröffentlichungen von WikiLeaks - Wikipedia)
Scientology
Seit März/April 2008 publizierte WikiLeaks interne Materialien der Scientology-Kirche, unter anderem die OT-Levels-Handbücher.
WikiLeaks hat heute die größte Sammlung an Aufzeichnungen der Scientology-Kirche inne, die öffentlich verfügbar ist. Sie wurde bald intensiv von Insidern und ehemaligen Scientologen zur Exponierung der Organisation genutzt. Die Plattform verfügt über zahlreiche Audio- und Videoaufzeichnungen des Science-Fiction-Autors und Scientology-Gründers L. Ron Hubbard. Diese beinhalten unter anderem auch den sogenannten Introspection Rundown, bei dessen Anwendung Scientology-Mitglied Lisa McPherson 1995 verstorben ist. (vgl. Veröffentlichungen von WikiLeaks - Wikipedia)
E-Mails von Sarah Palin
Am 17. Sept. 2008 - während des Präsidentschaftswahlkampfs - veröffentlicht WikiLeaks private E-Mails der republikanischen Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin. (vgl. Interaktiver Zeitstrahl zu Wikileaks - sueddeutsche.de)
BNP-Mitgliederliste
Am 18. November 2008 veröffentlichte WikiLeaks die Mitgliederliste der British National Party, einer rechtsextremen Partei im Vereinigten Königreich. Die Liste umfasste Namen, Adressen, Alter und Beruf von fast allen 12.801 Mitgliedern der Partei, darunter auch Polizisten, Anwälte, Pfarrer, Ärzte sowie Lehrer an Grund- und Mittelschulen. In Großbritannien ist Polizisten die Mitgliedschaft in der BNP untersagt, und mindestens ein Polizist wurde aufgrund der Veröffentlichung aus dem Dienst entlassen. (vgl. Veröffentlichungen von WikiLeaks - Wikipedia)
Veröffentlichung von Internetsperrlisten
WikiLeaks publiziert seit 2008 Internetsperrlisten verschiedener Länder, darunter die restriktiver Staaten wie China und Thailand, aber auch Sperrlisten etwa von Dänemark, Finnland, Norwegen, Italien und Australien.
Durch die Veröffentlichung wurde der eindeutige politische Missbrauch der Sperrsysteme bestätigt: In Australien wurden Seiten von Abtreibungsgegnern und die Pressemeldung auf WikiLeaks zu den Sperrlisten von der australischen Regierung gefiltert. In Finnland wurde ein Blog gesperrt, da es Teile der dortigen Liste veröffentlicht hatte. Allgemein wurde eine hohe Fehlerrate der Listen festgestellt. So bestätigte auch eine Untersuchung des australischen Senats, dass nur 32 % der gesperrten Seiten Inhalte mit pornografischen Darstellungen von Personen unter 18 Jahren anboten. Die Listen der skandinavischen Länder wiesen noch höhere Fehlerquoten von bis zu 90 % auf. In der Finnischen Zensurliste waren nur 1% der Einträge korrekt. Die Publikation der Sperrlisten erscheint WikiLeaks besonders wichtig, um sicherzustellen, dass die freie Kommunikation der Gesellschaft nicht durch unkontrollierte und nachweislich missbrauchte und fehlerhafte Sperrlisten eingeschränkt wird und werden kann. (vgl. Veröffentlichungen von WikiLeaks - Wikipedia)
Kaupthing-Bank
WikiLeaks publizierte am 29. Juli 2009 ein internes Dokument der Kaupthing-Bank, welches kurz vor dem finanziellen Kollaps des isländischen Bankensektors erstellt worden war, der zur isländischen Finanzkrise führte. Das Dokument zeigt, dass extrem hohe Kredite, teilweise in Milliardenhöhe, ohne wirkliche Sicherheiten an verschiedene Eigner der Bank vergeben worden waren und sehr große Schuldsummen abgeschrieben wurden. Die Medien der Welt berichteten von einer Plünderung der Bank durch ihre Eigner. Kaupthing-Anwälte bedrohten WikiLeaks mit rechtlichen Schritten und beriefen sich dabei auf das Bankgeheimnis. Die Veröffentlichung führte zu einem öffentlichen Aufbegehren in Island und wurde über Wochen in den Medien diskutiert. Als erste politische Konsequenz gibt es Bestrebungen der Regierung, vom bestehenden Bankengeheimnis abzurücken. (vgl. Veröffentlichungen von WikiLeaks - Wikipedia)
Minton-Report über toxische Abfälle in der Elfenbeinküste
Im September 2009 veröffentlichte WikiLeaks den Minton-Report über toxische Abfälle in der Elfenbeinküste. Dabei handelt es sich um einen internen (und nach seiner Erstellung geheimgehaltenen) Bericht des Schweizer Rohstoff- und Energiekonzern Trafigura von 2006 über die Gesundheitsgefährdung durch den in Abidjan verkauften Abfall des Unternehmens. Dem Bericht zufolge enthielten die Abfälle unter anderem Schwefelwasserstoff, Thiole und Natriumhydrogensulfid. Zuvor drohte Trafigura erfolgreich gegenüber dem Norwegischen Rundfunk, rechtlich gegen Veröffentlichungen des Berichts vorzugehen. Nach UN-Einschätzung starben durch die Abfälle 17 Menschen und knapp 100.000 mussten medizinisch deswegen behandelt werden. Das Management von Trafigura erklärte zu dem Zeitpunkt, es habe von den Gesundheitsgefahren nichts gewusst. Als mögliche Folgen des Abfalls nennt der eigene Minton-Bericht jedoch unter anderem Verbrennungen von Haut, Augen und Lunge. Das Unternehmen Trafigura rechtfertigte sich nach der Report-Veröffentlichung damit, dass der Minton-Bericht ungenau und unfertig sei. (vgl. Veröffentlichungen von WikiLeaks - Wikipedia)
Foto: FlickrCC / robinhamman
Trafigura a victory for freedom of speech - Top 10 world events that became Twitter milestones
Weitergabe von Bankdaten aus der Europäischen Union an die USA
Am 12. November 2009 veröffentlichte WikiLeaks einen Entwurf des geheimen Abkommens zwischen der Europäischen Union und den USA zur Auswertung und Weitergabe Europäischer Bankdaten an die USA (SWIFT). Tags zuvor hatte schon die Financial Times Deutschland über den Inhalt des Abkommens berichtet. (vgl. Veröffentlichungen von WikiLeaks - Wikipedia)
Abgefangene Pagernachrichten vom 11. September 2001
Am 25. November 2009 veröffentlichte WikiLeaks eine Liste von annähernd 570.000 Nachrichten von Funkmeldeempfängern (Pagern), die am Tag der Terroranschläge am 11. September 2001 von 3 Uhr an bis zum 12. September 2001 gegen 12 Uhr abgefangen wurden. Laut WikiLeaks sind in den Pagernachrichten auch viele Mitteilungen offizieller Vertreter des Pentagon und des NYPD enthalten. (vgl. Veröffentlichungen von WikiLeaks - Wikipedia)
































