Energieversorgung > Ölpest
Die Dokumente zum Untergang der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon", zur dadurch entstandenen Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und zum verzweifelten Kampf um die Eindämmung der fortschreitenden Ölpest sind wichtige Zeitzeugnisse (2010).
Eine Tiefsee-Bohrung ist ein Unternehmen im Grenzbereich - nur möglich unter Einsatz neuester technischer und informationstechnischer Mittel, vergleichbar höchstens mit einer Weltraummission... Im Kampf um die noch verbliebenen Ölreserven geschieht das täglich hundertfach, i.d.R. aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Erst durch die Katastrophe - und das Internet - haben wir nun ausreichendes Material, um uns die Vorgänge und Belastungen vorstellen zu können.
- Satellitenbilder zeigen das jeweilige Ausmaß der Katastrophe
- Ortung der Ölteppiche und Navigation mittels GPS
- Fernsteuerung der in 1.500 m unter Wasser arbeitenden Tauchroboter
- Liveübertragung der Arbeiten unter Wasser (Webcam, Internet)
- Funk- und Satellitenkommunikation zur Koordinierung aller beteiligter Einsatzkräfte an Land, zu Wasser und in der Luft.
- Simulationsprogramme, mit deren Hilfe die in 1.500 m Tiefe durchzuführenden ferngesteuerten Operationen getestet und eingeübt werden konnten.
Bohrplattform: Deepwater Horizon
Die Deepwater Horizon war eine von dem britischen Ölkonzern BP beauftragte Ölbohrplattform im Golf von Mexiko, die am 20. April 2010 in Brand geriet und zwei Tage später unterging. 11 Arbeiter kamen bei diesem Unglück ums Leben.
Das Bohrloch in 1.500 m Tiefe besaß - aus Nachlässigkeit und um Kosten zu sparen - keine funktionierende Sicherheitseinrichtung für den Notfall (Blowout-Preventer). Täglich strömten so bis zu 800.000 Liter Rohöl aus drei Öffnungen der Ölquelle ins Meer.
Es dauerte fast drei Monate bis der direkte Ölausfluss mit einem vorläufigen Verschluss gestoppt werden konnte. Aus dem Leck waren insgesamt etwa 660.000 Tonnen Öl ins Meer geströmt. Es ist die bislang schwerste Ölpest in der Geschichte der USA.
Um diese weltweit größte Ölkatastrophe einzudämmen wurden von den USA und dem britischen Ölkonzern BP alle Ressourcen mobilisiert. Die US Küstenwache richtete eine mobile Hightech-Kommandozentrale für Funk- und Satellitenkommunikation ein.
BP hatte mehrere Leitstellen für die vielfältigen Arbeiten an Land, auf den Schiffen und für die vielen (zeitweise bis zu 12) in 1.500 m unter Wasser arbeitenden Tauchroboter: ROV (Remote Operated Vehicle).
Die ROVs waren mit Scheinwerfern, Videokameras und Roboterarmen ausgestattet und wurden vom Schiff aus ferngesteuert. Alle Unterwasserarbeiten waren live am Bildschirm (und z.T. auch im Internet) zu sehen.
Appetitlose Mikroben: Ölabbau im Golf von Mexiko langsamer als gedacht - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - WissenschaftFoto: FlickrCC / SkyTruth
Ölkatastrophe: Friedhof am Meeresboden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - WissenschaftDas von BP retouchierte Foto, das an die Presse gegeben wurde









































































